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06.02.2019

Jubiläumsinterview

1 Jahr als stellvertretender Geschäftsführer

Am 01.06.2017 wurde Lars Hoppmann zunächst kommissarisch zum stellvertretenden Geschäftsführer des Kommunalen Rechenzentrums Minden-Ravensberg/Lippe (krz) bestellt. Der offizielle Amtsbeginn erfolgte zum 01.02.2018, nach einer einstimmigen Wahl durch die Verbandsversammlung. Damit ist er bereits seit mehr als einem Jahr mit in der Verantwortung für den größten kommunalen IT-Dienstleister in Ostwestfalen. Ein Jubiläum, das einen guten Anlass für einen ersten Rückblick bietet.

 

Wie fühlt man sich nach dem ersten Jahr im Amt und wie kommen Sie mit den zusätzlichen Aufgaben neben Ihrer langjährigen Position als Abteilungsleiter zurecht?

Lars Hoppmann: Das erste Jahr als stellvertretender Geschäftsführer war sehr spannend. Nach meiner kommissarischen Ernennung kam der Wechsel in die offizielle Funktion nur etwas mehr als ein halbes Jahr später. Aber es war immer schon mein Ziel, Teil der krz-Geschäftsführung zu sein, das habe ich bereits 2002 in meinem ersten Personalgespräch mit dem Geschäftsführer deutlich gemacht. Ich habe mich schon immer für das ganze krz eingesetzt und dementsprechend war die Umstellung von der Verantwortung für die eigene Abteilung zum Gesamtblick auf das Unternehmen keine allzu große Veränderung. Mittlerweile konnte ich meinen bisherigen operativen Aufgabenbereich ja auch in bewährte Hände übergeben.

 

Was war die größte Umstellung?

Lars Hoppmann: Kurz gesagt halte ich jetzt viel mehr Vorträge als früher und nehme an vielen Veranstaltungen und Gremiensitzungen aktiv teil. Und vor allem wird man von Dritten doch noch anders wahrgenommen. Ich bewege mich nun mit den Trägerkommunen, Kunden und Partnern auf Augenhöhe und repräsentiere das krz und das gesamte Team nach außen. Das ist schon eine Umstellung im Vergleich zur vorigen, überwiegend internen Arbeit. Dadurch, dass ich mich jetzt auf das gesamte krz konzentrieren darf, bin ich natürlich auch nicht mehr ganz so nah an jedem Detail am Tagesgeschäft dran. Das könnte zu einer gewissen Distanz führen und ich versuche dem entgegen zu wirken, indem ich viel mit meinen Kollegen rede, die genau wissen, dass meine Tür nicht nur für frische Luft offen steht.

 

Hat sich die Zusammenarbeit mit Ihren Kollegen stark verändert?

Lars Hoppmann: Nein, ich habe schon immer sehr nah mit der Geschäftsführung zusammengearbeitet. Das wussten die Kollegen und insoweit hat sich in diesem Bereich also kaum etwas verändert. Mit dem stärkeren Gesamtblick auf das krz kamen natürlich mehr strategische und konzeptionelle Herausforderungen. Aber im Endeffekt habe ich jetzt mehr Entscheidungsmöglichkeiten, was viele Abstimmungsprozesse einfacher macht als zuvor.

 

Gab es Momente, an denen Sie die Beförderung zum stellvertretenden Geschäftsführer bereut haben?

Lars Hoppmann: Nein, derartige Momente gab es noch nicht und ich denke auch nicht, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern wird.

 

Also ist alles gut?

Lars Hoppmann: Ja, das ist es. Mit dem starken Personalwechsel sowohl bei den Trägern, den IT-Verantwortlichen dort und hier im Haus sowie den Veränderungen durch die Gründung der OWL-IT gab es im zurückliegenden Jahr neue Zuständigkeiten und Strukturen, mit denen aber von allen Seiten sehr gut und umsichtig umgegangen wird.

 

Was war für Sie der größte Erfolg im vergangenen Jahr?

Lars Hoppmann: Die Ernennung zum stellvertretenden Geschäftsführer war natürlich ein bedeutendes Ereignis für mich und ist ein großer Vertrauensbeweis der krz-Gremien, dasselbe gilt auch für die Gründung der OWL-IT. Neben dem erfolgreichen Jahresergebnis des Hauses und allgemeinen Wachstum des krz freue ich mich auch darüber, dass wir mit dem Projekt Schul-IT auf dem richtigen Weg der Digitalisierung sind. Auch im Finanz- und Personalwesen konnten wir die mit den Trägern vereinbarten Ziele zu 100 % erreichen.

 

Welche kommenden Herausforderungen sehen Sie für das krz?

Lars Hoppmann: Der neu gegründete Zweckverband Ostwestfalen-Lippe-IT (OWL-IT) wird nicht nur für das krz, sondern auch für unsere Partner einige Veränderungen und neue Chancen mit sich bringen. Natürlich weiterhin ebenso viel harte Arbeit! Auch die Zusammenarbeit mit Land und Bund wird zukünftig durch Projekte wie das Gewerbeservice.Portal stärker im Alltagsgeschäft positioniert werden. Dazu kommt die Entwicklung und Umsetzung von Digitalisierungsstrategien mit unseren Verbandsmitgliedern und die Weiterentwicklung unserer absoluten Kundenorientierung. Hier werden wir noch mehr als vorher die Anforderungen unserer Verbandsmitglieder in den Vordergrund stellen. Denn nur gemeinsam und auf Augenhöhe werden wir die digitale Zukunft erfolgreich gestalten können. Grundsätzlich gilt es die Modernisierung in allen Bereichen des krz fortzuführen, denn Stillstand ist Rückschritt. In der nächsten Zeit legen wir den Fokus dabei insbesondere auf unsere Mitarbeiter, um die veränderten Arbeitsbedingungen und Erwartungen junger Leute an die Arbeit 4.0 zu erfüllen. Und natürlich beschäftigen unsere Anwender die Themen „IT-Sicherheit“, „Datenschutz“ sowie Online-Zugangs-Gesetz (OZG) weiterhin sehr stark.

 

Die Verwaltungen werden sich in den nächsten Jahren verändern. Wie reagiert das krz?

Lars Hoppmann: Bloße Reaktion kann da keine Antwort sein. Wir wollen aktiv, vertrauensvoll und transparent gemeinsam mit unseren Trägern, Kunden und Partnern gestalten.  Da sind wir mit neuen Arbeitskreisen, verstärkter Kommunikation und Kooperation unterwegs. Ob bei flächendeckenden eGov-Lösungen oder auch Smart City bzw. in unserer Regionen fast besser Smart Country; überall gilt es, zusammen den größtmöglichen Nutzen für alle zu erarbeiten und umzusetzen. Auch die aktuellen Fragestellungen „Künstliche Intelligenz“, „Open Data“, „Chatbots“ und „Blockchain“ werden uns deshalb sehr ernsthaft beschäftigen. Ein kleines praktisches Beispiel ist die Dorf-App, die wir gerade vorgestellt haben: Kleine Anwendung – große Wirkung.    

 

Hatte die neue Stelle Auswirkungen auf Ihr persönliches Umfeld?

Lars Hoppmann: Ich bin jetzt häufiger außerhalb von Lemgo tätig und reise dementsprechend mehr, aber das Arbeitspensum war bereits als Abteilungsleiter recht hoch. Allerdings bekomme ich viel Unterstützung von meiner Familie und die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben ist im krz sehr wichtig, deshalb kann ich mir immer noch genug Zeit für meine Kinder nehmen.

 

Gibt es derzeitig ein Thema das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Lars Hoppmann: Neben dem Aufbau der OWL-IT ist dies vor allem ein Thema: Schul-IT. Gerade weil ich selbst drei schulpflichtige Kinder habe, ist die Entwicklung des zukünftigen Lernens für mich besonders relevant. Es ist mir wichtig, dass Kinder in den Schulen auf die digitale Zukunft vorbereitet werden und die Digitalisierung sinnvoll in alle pädagogischen und schulverwaltungs-organisatorischen Bereiche zu integrieren. Hier können und müssen wir kräftig unsere Kommunen und Schulträger unterstützen, die drohende digitale Abkoppelung der Fläche von den Metropolregionen zu verhindern! Gemeinsam mit unseren kommunalen Partnern wird uns das gelingen.

Das Interview führte Lena Sprenger.