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14.12.2018

Das kleine krz-Wörterbuch (38):

Gegen den AKÜFI oder Wofür steht OZG?

AKÜFI oder Abkürzungsfimmel, ist eine weit verbreitete, besonders am Arbeitsplatz auftretende Krankheit. Oft entsteht sie als natürliche Folge von fachlicher Durchdringung und Sprachrationalisierung. Symptome: Scheinbar wahlloses Auftreten von Buchstabenkombinationen und grassierender Verlust von ganzen Worten als Substantiven. Geht oft mit augenfälliger Großschreiberitis einher. Der Aküfi kann leicht mit Maulfaulheit verwechselt werden. Wirkt ausgrenzend und führt im Endstadium zu vollständiger Unverständlichkeit.

Das krz hat etwas dagegen. Unsere Auflösung kommt diesmal aus dem Bereich der Verwaltungsdigitalisierung.

Wofür steht OZG?

(Quelle: eGovernment Computing)

OZG ist das Akronym für das Onlinezugangsverbesserungsgesetz, das Ende 2016 vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Dadurch sollen bis 2022 die meisten Verwaltungsleistungen von Bund, Ländern und Kommunen nicht nur online angeboten, sondern zu einen zentralen, virtuellen Portalverbund zusammengeschlossen werden. Sämtliche Verwaltungsangelegenheiten sollen dort, zusammengefasst in Portalen und Online-Services, über ein einheitliches Nutzerkonto zugänglich sein.

Das möglichst einmalig einzurichtende Nutzerkonto soll sicherstellen, dass die für die Inanspruchnahme der Verwaltungsleistung erforderlichen Daten nicht jedes Mal aufs Neue eingegeben werden müssen. Abhängig von der für die einzelne Leistung erforderlichen Vertraulichkeit und Sicherheit soll eine sichere Authentifizierung mit einer Benutzername-Passwort-Kombination oder mit der eID-Funktion des Personalausweises oder des elektronischen Aufenthaltstitels vorgenommen werden, wobei die besonderen Anforderungen einzelner Verwaltungsleistungen an die Identifizierung ihrer Nutzer berücksichtigt werden sollen. Über ein Nachrichtenpostfach soll das Nutzerkonto auch die elektronische Kommunikation mit der jeweils zuständigen Behörde ermöglichen.

Das OZG verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, alle „rechtlich und tatsächlich geeigneten Verwaltungsleistungen“ bis 2022 auch online anzubieten. Da alle Leistungen über einen Portalverbund angeboten werden, soll schnell Transparenz über die Angebote der einzelnen Verwaltungen herrschen und verhindert werden, dass die Online-Angebote versteckt auf individuellen Internetseiten in Vergessenheit geraten.

So dient das Onlinezugangsverbesserungsgesetz dazu die Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland voran zu treiben und durch eine Frist zu beschleunigen.

Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) hat mit seinen Verbandskommunen eine gemeinsame Digitalisierungsstrategie mit mehr als 177 Handlungsempfehlungen für einzelne Kommunen, das krz und den Zweckverband erarbeitet, um seine Kunden und Partner bei der Umsetzung des Gesetzes zu unterstützen. Mit dem Servicekonto.NRW bietet das krz bereits eine Portallösung an, die den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Verwaltungen die Online-Kommunikation und die Nutzung der digitalen Verwaltungsangebote erleichtert. Hier ist die Forderung nach einem einmaligen leistungsübergreifenden Nutzerkonto bereits erfüllt. Außerdem beteiligt sich das krz in der AG des Landes intensiv an der Umsetzung des Portalverbundes.NRW, um die Digitalisierung der Verwaltungsdienste im Rahmen des Onlinezugangsverbesserungsgesetzes zu fördern.