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14.11.2018

Open Government partnerschaftlich umsetzen

Arbeitskreis mit Beteiligung des krz nimmt Arbeit auf

Ein landesweiter Standard für kommunale Haushaltsdaten sowie ein Standard für offene Ratsinformationen, die Weiterentwicklung eines Objektmodells für Geodaten und die Definition einer IT-Schnittstelle für Mängelmelder – der Arbeitskreis Open Government hat sich für sein erstes Arbeitsprogramm Vieles vorgenommen, um Open Government im Land und in den Kommunen voranzutreiben. Mit den beschlossenen Projekten vollzieht der Arbeitskreis einen wichtigen Schritt bei der Umsetzung des Open Government Pakts. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf Open-Data-Themen. Gemeinsam sollen Empfehlungen für Rohdatenstrukturen sowie für die Harmonisierung technischer Schnittstellen zu Fachverfahren erarbeitet werden.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Land und Kommunen
Open Government als gängige Praxis in den Verwaltungen in NRW bis ins Jahr 2020 verankern – diese Vision eines flächendeckenden offenen Regierungs- und Verwaltungshandels wurde bereits 2016 gemeinsam von Land und Kommunen formuliert. Im damals geschlossenen Open Government Pakt für Nordrhein-Westfalen, einer gemeinsamen Rahmenvereinbarung zwischen dem Land NRW, dem Städte- sowie dem Landkreistag NRW, dem Städte- und Gemeindebund NRW sowie dem Dachverband Kommunaler IT-Dienstleister (KDN), wurde eine Vielzahl an Maßnahmen festhalten, die bei der Umsetzung dieser Vision helfen sollten. Dabei zeigte sich jedoch auch, dass für die effektive Umsetzung eine kontinuierliche Abstimmung zwischen der Landesregierung und den kommunalen Spitzenverbänden notwendig ist. In der ersten Sitzung des IT-Kooperationsrats Mitte 2017 wurde daher ein gemeinsamer Arbeitskreis zum Thema Open Government ins Leben gerufen.

Der Arbeitskreis Open Government besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der kommunalen Spitzenverbände und der Ressorts der Landesregierung. Von der KDN als beratende Vertreter benannt sind Karl-Matthias Pick von der Kommunalen Datenverarbeitungszentrale Rhein-Erft-Rur und Michaela Lehnert vom Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz).

Der Vorsitz des Arbeitskreises wird durch die Geschäftsstelle Open.NRW wahrgenommen. Vertreterinnen und Vertreter der GDI-NW, des KDN und der Zivilgesellschaft haben Gastrechte. Aufgaben des Arbeitskreises sind unter anderem die Vorbereitung von Empfehlungen und Berichten an den IT-Kooperationsrat zur Umsetzung des Open Government Pakts. Zudem wurden Unterarbeitsgruppen gegründet, die sich um die Umsetzung konkreter Projekte kümmern werden.

Standards und Schnittstellen schaffen
Am 16. Oktober war es so weit. Das erste Arbeitsprogramm des Arbeitskreises Open Government wurde im Rahmen einer Sitzung des IT-Kooperationsrats verabschiedet. Mit den vier beschlossenen Projekten sollen einige Hindernisse beseitigt werden, die einer flächendeckenden Verbreitung von Open Government bisher im Weg stehen. Denn für transparentes Regierungs- und Verwaltungshandeln und den schnellen und problemlosen Austausch offener Daten braucht es einheitliche Standards und Schnittstellen.

In einem Projekt soll daher ein Standard für offene Haushaltsdaten entwickelt werden, der danach in ganz Nordrhein-Westfalen ausgerollt werden kann. Durch den zu entwickelnden Standard können Haushaltspläne einfacher nutzbar gemacht und als Open Data veröffentlicht werden. In einem weiteren Vorhaben wird ein Projekt aus dem Pilotprojekt Kommunales Open Government fortgeführt. Im Rahmen dieses Projekts wurde für 27 Verwaltungen aus Nordrhein-Westfalen eine gemeinsame Informationsseite für offene Ratsinformationsdaten geschaffen. Hierbei wurde der offene Standard OParl genutzt. Dieser Standard sowie die Darstellung der Daten auf der Webseite sollen nun verbessert, die Skalierbarkeit auf beliebig viele Verwaltungen weiterentwickelt und allen Verwaltungen in NRW zur Verfügung gestellt werden. Im dritten Projekt geht es um XErleben, einem Objektmodell für Orte von Interesse. Dieses Objektmodell soll weiterentwickelt werden und als Austauschstandard für offene Daten zu Orten von Interesse landesweit etabliert werden.  Den Abschluss macht eine IT-Schnittstelle für Mängelmelder, welche Beiträge sowohl als Open Data als auch für die interne Nutzung für Leitstellenanwendungen nutzbar macht.

Bei erfolgreicher Umsetzung der Vorhaben ist angedacht, dem IT-Planungsrat geeignete IT-Standards  für eine deutschlandweite Umsetzung zu empfehlen. 

Michaela Lehnert (Foto: krz)