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27.06.2018

Zukunftskongress 2018

Mehr Tatkraft gefordert

Mit der Frage „Sind wir gespalten in eine hochmoderne Industrie und einen veralteten Staat?“ eröffnete Klaus von Dohnanyi wie in jedem Jahr den Zukunftskongress Staat & Verwaltung. Die Konferenz hat sich den typischen Themen rund um die Verwaltungsmodernisierung verschrieben. An Ideen, wie die Digitalisierung zu mehr Effizienz in der Verwaltung und mehr Komfort für den Bürger führen kann, mangelt es nicht. E-Government gibt es seit mehr als zwanzig Jahren. Peter Batt, IT-Beauftragter der Bundesregierung, forderte: „Digitalisierungsprojekte müssen jetzt zu sichtbaren Ergebnissen führen.“ Dies entspräche der Erwartungshaltung der Bürger. Ganz ähnlich argumentierte auch Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, für die die Zeiten der Digitalen Agenden vorbei sind: „Jetzt kommt die Digitale Umsetzung“. Sabine Smentek, CIO von Berlin, sagte: „Wir müssen jetzt zeigen, dass es geht!“ und verwies auf die dafür notwendige Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen.

Auch das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg  /Lippe beteiligte sich in Person von krz-Geschäftsführer Reinhold Harnisch und dem stellv. Geschäftsführer Lars Hoppmann an den Diskussionen auf der Kongressmesse.

Vitako hatte schon im Vorfeld des Kongresses darauf aufmerksam gemacht, dass das Know-how der Kommunen und ihrer IT-Dienstleister notwendig ist, wenn es an die Umsetzung des Onlinezugangsgesetztes (OZG) geht. Eine Forderung von Vitako lautet: Kommunen dürfen nicht nur am Katzentisch des IT-Planungsrates sitzen. Sie sind zwar über die Kommunalen Spitzenverbände in dem Steuergremium von Bund und Ländern vertreten, die aber genießen dort kein Stimmrecht. Vitako-Geschäftsführer Ralf Resch forderte einen „Ebenen übergreifenden Dialog auch im IT-Planungsrat“. Kay Ruge, Beigeordneter im Deutschen Landkreistag, bezeichnete die Workshops im IT-Planungsrat zur Umsetzung des OZG als „letzte Chance, kommunales Know-how zu nutzen und zu integrieren“. In dem Workshop sollen die 575 Anliegen, die gemäß OZG bis 2022 vollständig digitalisiert werden sollen, zwischen Bund und Ländern (und Kommunen) aufgeteilt werden. 

Mit 1600 Teilnehmern ist der Kongress in etwa gleich groß wie im Vorjahr geblieben – verteilt auf drei Tage. Neue Konferenzformate wie die sogenannten 360 Grad-Gespräche oder ein im Vorfeld stattgefundenes Barcamp sorgten für frischen Wind. Dort hatte sich die Generation U30 versammelt und über Wissensmanagement, Führungskultur, Karrierewege und Bürgerorientierung im Verwaltungskontext debattiert. Die Lust, die „Verwaltung zu gestalten“, war auch ihnen anzumerken. Juso-Vorsitzender Kevin Kühnert bezeichnete das junge Engagement als „Dienstleistung an der Gemeinschaft“.

krz-Geschäftsführer Reinhold Harnisch