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22.06.2018

Zukunftspläne auf der CeBIT

Digitalisierungsstrategie 2020 – Der Weg in die Kommune 4.0

Mit dem neuen Image eines Digitalisierungs-Festivals konzentriert sich die CeBIT seit diesem Jahr auf die 25- bis 30-jährige Zielgruppe der "Mitarbeiter und Digital-Entscheider der Zukunft". Als Digitalisierungshelfer der Kommunen nutzt das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) diese Neuausrichtung, um seine Digitalisierungsstrategie für das Jahr 2020 vorzustellen. Lars Hoppmann, der stellvertretende Geschäftsleiter des krz, sprach vor knapp dreißig interessierten Besucherinnen und Besuchern detailliert über die E-Government-Strategie des IT-Dienstleisters und seiner Verbandskommunen.

Die Verwaltung hat in den letzten Jahrzehnten drei gravierende Transformationen durchlebt, die sie immer weiter in Richtung Digitalisierung geführt haben, von der Einführung von PC-Arbeitsplätzen bis hin zum Open Government. Mit der Verwaltung 4.0 erreicht diese Entwicklung neue Höhen in der Verbindung mit den Bereichen Smart Cities, Internet der Dinge und Verwaltungsübergreifende eProzessketten. „Auch von Seiten der Regierung wurde die Verwaltungsdigitalisierung in den letzten Jahren durch gesetzliche Anforderungen, wie das E-Government-Gesetz NRW, gefördert. Dadurch werden zukünftig elektronische Behördenzugänge, Bezahlmöglichkeiten und Verwaltungsverfahren in den Kommunen vorausgesetzt, um die Papierflut in den Behörden einzudämmen“, erläutert Lars Hoppmann. „Das Gesetz befördert so das, was wir eigentlich aus eigenem Interesse tun müssen.“

Im Kontrast dazu steht die jüngst verabschiedete Datenschutzgrundverordnung, die erhöhte Sicherheitsanforderungen an die Digitalisierung stellt. Als stellvertretender Geschäftsleiter eines BSI-zertifizierten Rechenzentrums legt auch Lars Hoppmann den Fokus bei der Digitalisierung auf die Sicherheit: „Durch die Digitalisierung soll alles einfach, schnell und ortsunabhängig geschehen, doch E-Government ist kein Online-Shopping. Bei der Handhabung persönlicher Daten hat die Sicherheit oberste Priorität und dafür benötigen wir ein passendes Dreigestirn aus Organisation, moderner Technik und fachkundigem Personal.“

Das krz ist als erfahrener Partner für E-Government, Digitalisierung und Transformation bestens für diese Aufgabe gerüstet, wie das erfolgreiche Bürgerserviceportal in Lippe und vergangene Erfolge in den Bereichen Open Data und DMS beweisen. Um die Umsetzung des E-Government Gesetzes und die passende Entwicklung der Digitalisierungsstrategie in den Verbandskommunen optimal zu koordinieren hat der Lemgoer Serviceprovider die Arbeitsgruppe E-Government gegründet. Lars Hoppmann betont: „Die Digitalisierung der Kommunen ist vorrangig ein Thema für die gesamte Verwaltungsorganisation und kann nicht nur aus Sicht der IT betrachtet werden. Sie betrifft jeden in der Verwaltung, vom Bürgermeister bis zum Hausmeister. Eine übergreifende Steuerung der Aktivitäten ist daher von großem Vorteil.“

Um die E-Government-Strategie des krz an den Anforderungen aller Trägerkommunen auszurichten bzw. diese gemeinsam weiterzuentwickeln und die weiteren Schritte auf solide Füße zu stellen haben sich IT-Dienstleister und Verbandsmitglieder einer eingehenden Analyse unterzogen. Professionell begleitet vom Institut für Verwaltungsmanagement, Mittelstandsforschung und Zukunftsplanung (IVM²) wurde in den vergangenen fünf Monaten in acht Modellkommunen der digitale Ist-Zustand ermittelt.

Das Institut, das in den Akteuren Wilfried Kruse und Dr. Frank Hogrebe jahrzehntelange Verwaltungserfahrung mit wissenschaftlicher Analyse vereint, und bereits für andere Verwaltungen ähnliche Konzepte entwickelte, hat aufbauend auf dieser Erfassung und Bewertung individuelle Handlungsempfehlungen für die Kommunen und eine konkrete E-Government-Strategie für den Zweckverband entwickelt.

Anschließend an die Ausführungen Hoppmanns stellten Kruse und Hogrebe ihre Herangehensweise und Arbeitsschritte vor, die in insgesamt 177 Handlungsempfehlungen resultierten. Den einzelnen Verwaltungen geben sie zwischen 11 und 20 Maßnahmen auf den Weg,  das krz selbst erhält 18 Hausaufgaben. Dabei hoben sie das Engagement des krz und der Modellkommunen hervor, sich dem Risiko der Kritik zu stellen. „Das zeigt, dass das krz die Zeichen der Zeit erkannt hat“, meinte Kruse.

Diese Maßnahmen sollen unter dem Ziel der „Digitalen Revolution“ bis 2020 in allen Verbandskommunen des krz umgesetzt werden, um das Vertrauen in die Aktualität und Verlässlichkeit der Verwaltungen zu erhalten. „Das schaffen wir nur mit interkommunaler Zusammenarbeit, indem wir die digitale Zukunft auf Augenhöhe gemeinsam gestalten. Es ist Zeit, die PS auf die Straße zu bringen“, betonte Lars Hoppmann zum Abschluss.

Interessierte können den gemeinsamen Vortrag hier herunterladen.

Lars Hoppmann (Foto: krz)