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21.02.2022

Für eine Woche den Arbeitsplatz tauschen

Öffentliche Arbeitgeber machen es möglich

Bad Salzuflen / Siegburg, 21.02.2022 Wie aufgeschlossen öffentliche Arbeitgeber sein können, beweist ein Experiment von zwei kommunalen »Digital-Frauen«: Sie tauschen für eine Woche den Job, um neue Perspektiven und Arbeitsmethoden im digitalen Sektor kennenzulernen.

Lena Sargalski ist in der Stadt Bad Salzuflen für die Ausgestaltung des digitalen Wandels verantwortlich. Gemeinsam mit einer Kollegin treibt sie das Vorhaben voran, die Anwendungsfelder und Mehrwerte der Digitalisierung für die Stadtgesellschaft erlebbar zu machen und zukunftsfähige Strukturen zu etablieren. Clarisse Schröder ist im Team des Kompetenzzentrums Digitalisierung beim Dachverband kommunaler IT Dienstleister (KDN) für die Koordination des Onlinezugangsgesetzes der Kommunen in Nordrhein-Westfalen zuständig. Das Gesetz sieht vor, dass bis 2023 alle Leistungen der öffentlichen Verwaltung digital zugänglich gemacht werden.

Die beiden treffen sich regelmäßig mit Irina Fuchs, Projektleiterin für Digitalisierungsvorhaben beim Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) mit Sitz in Lemgo, einem Mitglied im KDN-Dachverband, und Sandra Müller, Chief Digital Officer der Stadt Detmold. »Gerade unter jüngeren Frauen ist der Zusammenhalt in der klassischen Männerdomäne IT wertvoll«, weiß Irina Fuchs.

Nun gibt es ein Update dieses Austauschs: In der Karnevalswoche tauschen Lena Sargalski und Clarisse Schröder ihre Arbeitsplätze. Sie erhoffen sich von diesem „Job Switching“ einen Lerneffekt und eine neue Sicht auf die eigene Rolle. Entstanden ist die Idee im Rahmen des Nachwuchsnetzwerkes des Nationalen E-Government-Kompetenzzentrums N3GZ. Clarisse Schröder: »Es war in einem virtuellen After-Work-Treffen mit Interessierten aus ganz Deutschland, als ich die Mutprobe ankündigte, dieses Experiment umzusetzen.«

Und tatsächlich: Beide Arbeitgeber haben das Vorhaben genehmigt. Melanie Koring, Erste Beigeordnete und Kämmerin der Stadt Bad Salzuflen, erklärt: »Wir sehen eine große Chance in Perspektivwechseln. Die Gestaltung des digitalen Wandels erfordert die Stärkung von interkommunalen und überregionalen Strukturen und fördert die Interessen des Gemeinwohls, um Innnovation und Kreativität voranzutreiben.« Einzige Voraussetzung: eine gegenseitige Verschwiegenheitserklärung. »Das ist im öffentlichen Dienst Standard. Auf gleiche Weise gehen wir auch bei Praktika und Hospitationen vor«, so Wiebke Borchert, Personalrätin im KDN. Während der Woche machen die beiden jeden Morgen ein gegenseitiges zehnminütiges Briefing.

Lena Sargalski, die im vergangenen Jahr mit einer lippischen interkommunalen Initiative in der Rubrik »Bestes Kooperationsprojekt« beim Nationalen E-Government-Wettbewerb den ersten Platz belegte: »In Behörden gestalten wir zukunftsfähige Strukturen. Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis – über institutionelle Grenzen hinweg – sind dabei der Schlüssel.« Die Arbeitswoche ist bereits prall mit Terminen gefüllt: von Abstimmungen im Team über Online-Veranstaltungen zur digitalen Kommune bis hin zu gemeinsamer Konzeptarbeit in Workshops. Clarisse Schröder betont: »New Work ist bei uns angekommen.« Nach dem Jobwechsel zwischen dem KDN und der Stadt Bad Salzuflen sollten noch mehr öffentliche Arbeitgeber den Weg ebnen, um diese Zusammenarbeit der besonderen Art zu ermöglichen. Das scheint insbesondere in Zeiten der Digitalisierung keine große Hürde zu sein.

Die "Digital-Frauen" (v. oben links im Uhrzeigersinn: Lena Sargalski, Stadt Bad Salzuflen; Irina Fuchs, krz; Clarisse Schröder, KDN und Sandra Müller, Stadt Detmold)

Über die Stadt Bad Salzuflen:
Die Stadt Bad Salzuflen im Kreis Lippe ist als Thermal-Heilbad ein traditionsreicher Gesundheitsstandort mit rund 850.000 Übernachtungen pro Jahr (vor Corona) und ein beliebter Wohnort für rund 55.000 Einwohner*innen. Für das knapp über 100 Quadratkilometer große Stadtgebiet mit den 12 Ortsteilen hat der Stadtrat im vergangenen Jahr einstimmig strategische Stadtziele bis 2030 beschlossen. Digitalisierung ist hierbei als Querschnittsziel definiert und als übergreifende Aufgabe verwaltungsintern beim Stab S4 „Strategie, Innovation und Digitalisierung“ angesiedelt. Mehr unter: www.stadt-bad-salzuflen.de

Über den KDN:
Der KDN – Dachverband kommunaler IT-Dienstleister ist mit seinen 29 Mitgliedern, die gemeinsam über 17 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen versorgen, ein wichtiger Partner der Kommunen und des Landes im Prozess der Verwaltungsdigitalisierung. In den KDN-Medien – auf der Webseite, im Blog, auf Twitter und YouTube, im Newsletter und in Presseartikeln – wird regelmäßig über Neuigkeiten rund den kommunalen, digitalen Wandel in NRW berichtet. Mehr unter: www.kdn.de