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03.11.2021

OZG-Leistungsaustausch bis in die Kommunen

IT-Planungsrat beauftragt govdigital mit »Einer-für-Alle« - Marktplatz

(Quelle: govdigital) 

Der IT-Planungsrat hat die govdigital eG damit beauftragt, einen virtuellen Marktplatz aufzubauen, über den digitale Leistungen ebenenübergreifend ausgetauscht werden können. Im Zentrum stehen dabei neue Online-Dienste, die Bürger*innen und Unternehmen Verwaltungsleistungen künftig digital zugänglich machen. Ziel ist es, diese Leistungsbündel aus dem Onlinezugangsgesetz (OZG) Gebietskörperschaften und öffentlichen IT-Dienstleistern bundesweit effizientzur Verfügung zu stellen. Der Bund, vertreten durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), koordiniert die Digitalisierung der Verwaltung und fördert es finanziell, wenn Länder nach dem Prinzip „Einer-für-Alle“ (EfA) vorgehen. Durch öffentliche Gelder finanzierte digitale Lösungen sollen nur einmal entwickelt und von anderen öffentlichen Stellen „nachgenutzt“ werden.

Der IT-Planungsrat (IT-PLR) hat am 29.10.2021 in seiner 36. Sitzung beschlossen, die durch 20 öffentliche Akteure getragene govdigital mit einem Projekt zur Umsetzung eines ganzheitlichen EfA-Nachnutzungsmodells zu beauftragen.

Bereits im September wurde in einem Vorprojekt eine Lösung für ein ganzheitliches EfA-Nachnutzungsmodell erarbeitet und eine Zeitplanung für deren Umsetzung vorgelegt. Ziel ist es dabei, die EfA-Nachnutzung durch die Kommunen kurzfristig und bereits während des Aufbaus des Nachnutzungsmodells zu unterstützen. Im Hauptprojekt soll govdigital gemeinsam mit der FITKO eine Informationsplattform entwickeln und betreiben. In einem ersten Schritt ist geplant, die bereits in den FIT-Store eingestellten EfA-Leistungen als Angebote in den Marktplatz aufzunehmen. Die hinter dem FIT-Store stehende FITKO wird im neuen anbieteroffenen Marktplatz als Anbieterin von digitalen Verwaltungsleistungen vertreten sein. Danach werden diese und weitere Leistungen durch ein Modell zur technischen Bereitstellung und automatisierten Vertragsabwicklung verknüpft.

Die govdigital eG erreicht über ihre 20 Genossenschaftsmitglieder bundesweit rund 65 Prozent aller Kommunen. Die wachsende Genossenschaft bietet damit schon jetzt eine ebenenübergreifende Organisation, die sich hervorragend für einen Leistungsaustausch auf breiter Basis eignet.

Über den FIT-Store werden zentral durch die FITKO betriebsbereite Leistungen zu standardisierten Vertragsbedingungen eingekauft, im FIT-Store angeboten und an nachnutzungsinteressierte Länder weiterverkauft. Das "FIT-Store"-Modell und die hierfür von FITKO geleisteten Vorarbeiten sowie andere bestehende EfA-Nachnutzungskonzepte sollen durch eine enge Zusammenarbeit mit der FITKO als Basis fungieren und als Bestandteil des neuen Marktplatzes fortgeführt und weiterentwickelt werden.

„Wir freuen uns, dass die govdigital mit dieser wichtigen und bedeutsamen Aufgabe betraut wurde“, erklärte Matthias Kammer, Geschäftsführer der govdigital eG.

Über die govdigital eG
govdigital eG ist eine Genossenschaft aus 20 öffentlichen IT-Dienstleistern, die gemeinsam digitale Leistungen für die deutsche Verwaltung entwickeln und bereitstellen. Schwerpunkte sind Einer-für-Alle-Leistungen, Cloud-Dienste, Blockchain-Infrastrukturen und die künstliche Intelligenz. 

Gründungsmitglieder sind die AKDB aus Bayern, die Bundesdruckerei in Berlin, Dataport in Norddeutschland, ekom21 aus Hessen, Governikus aus Bremen, KDO aus Oldenburg, die Stadt Köln, das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz), regio iT aus Aachen sowie die Südwestfalen-IT. Letztes Jahr traten zudem LVR Infokom, das Systemhaus des Landschaftsverbands Rheinland (Juni), der kommunale IT-Dienstleister aus Baden-Württemberg, Komm.ONE AöR (September), die kommunale ITEBO-Unternehmensgruppe aus Niedersachsen sowie der baden-württembergische IT-Landesdienstleister BIT BW (beide November) und das DVZ Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern (Dezember) der govdigital bei. Im Februar 2021 kamen das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ Berlin) hinzu sowie der nordrheinwestfälische IT-Landesdienstleister IT.NRW. Im Juni traten die Genossenschaft ProVitako eG und der rheinlandpfälzische Landesbetrieb Daten und Information (LDI) bei. Als 20. Mitglied jüngst hinzugekommen ist das Bayerische Staatsministerium für Digitales.