Seiteninhalt
10.08.2021

Lohnabrechnung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)

krz bearbeitete 1100 Anfragen

Corona hat für viele Änderungen im Bereich der Entlohnung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesorgt. Um die Beschäftigten vor Verdienstausfall zu schützen, hat die Bundesregierung eine erweiterte Kurzarbeiterregelung beschlossen, und auch Quarantäne sowie Kita-oder Schulschließungen, die bisher keine Rolle in der monatlichen Abrechnung spielten, wurden in der Pandemie zum Thema für Entschädigungen.

Mit dem Ziel, den Kommunen und Betrieben die „händische“ Umsetzung dieser Arbeiten abzunehmen, wurde die Abrechnung nach dem Infektionsschutzgesetz kurzfristig in das Lohnabrechnungsverfahren LOGA eingearbeitet, das das Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) für mehr als 600 Kunden einsetzt und betreut. Um sicherzustellen, dass die Kunden ihre Beschäftigten nach dem neuen Gesetz einfacher aber weiterhin gerecht entlohnen konnten, standen die 13 Mitarbeitenden im Team Entgeltmeldeverfahren des Lemgoer IT-Dienstleisters vor einer großen Herausforderung.

Als Grundlage für die Umstellung diente ausschließlich der Wortlaut des § 56 IfSG, der aufgrund fehlender Durchführungshinweise unterschiedliche Interpretationen zuließ. Auch die vom LOGA-Team des krz besuchten verschiedenen Seminare kamen oft zu unterschiedlichen Auslegungen. Entsprechend unterlief die grundsätzliche Programmierung in LOGA immer wieder Anpassungen und Korrekturen durch den Hersteller und zog damit Rückrechnungen nach sich. Die Nachvollziehbarkeit der Abrechnungen erforderte bei den Mitarbeitenden, den Personalabrechnenden und dem LOGA-Team so erheblichen Mehraufwand und führte zu vermehrten Anfragen bei den Verfahrensbetreuern im krz: Seit Frühjahr 2020 gingen hier allein unter dem Stichwort Quarantäne mehr als 1100 Kundenanfragen im LOGA-Ticket-System ein. Für die Sachbearbeitenden der Personalämter kam erschwerend hinzu, dass in den 16 Bundesländern unterschiedliche Antragsformular für die Erstattungsanträge vorherrschten. Auch hier beantwortete das LOGA-Team folglich zahlreiche Anfragen.

Im Frühjahr 2021 konnten Kunden und Verfahrensbetreuer erleichtert konstatieren, dass die Abrechnung nach § 56 IfSG fehlerfrei ablief – nur, um kurz darauf mit einer neuen gesetzlichen Änderung konfrontiert zu werden: Seit dem 01.04.2021 sind die Abzüge in den Fiktivabrechnungen nicht mehr anhand der individuellen Merkmale des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin zu ermitteln, sondern pauschal über die Kurzarbeitergeld-Tabelle der Bundesagentur für Arbeit.

Übung macht den Meister: Obwohl auch hier keine Durchführungshinweise vorlagen und der Hersteller die Programmierung erneut anpassen musste, machten sich die Sachbearbeitenden der Personalämter und das LOGA-Team schnell mit dem neuen Berechnungsmodus vertraut. Nach einem Jahr war man so weit im Thema, dass die Umsetzung und Einarbeitung zügig erfolgte.

„Das Team der LOGA-Betreuer hat – ebenso wie die Kolleginnen und Kollegen in den Verwaltungen und Betrieben – im vergangenen Jahr enorm viel Einsatz und Flexibilität gezeigt. Eine gerechte und korrekte Lohn- und Gehaltsauszahlung ist von grundlegender Bedeutung, und wir sind stolz, dass wir in diesen schwierigen Zeiten dazu beitragen konnten“, lobt der Bereichsleiter Personalwirtschaft Dirk Kleemeier alle Beteiligten.