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26.04.2021

Das kleine krz-Wörterbuch (42)

Gegen den AKÜFI oder was bedeutet eigentlich MEP?

AKÜFI oder Abkürzungsfimmel, ist eine weit verbreitete, besonders am Arbeitsplatz auftretende Krankheit. Oft entsteht sie als natürliche Folge von fachlicher Durchdringung und Sprachrationalisierung. Symptome: Scheinbar wahlloses Auftreten von Buchstabenkombinationen und grassierender Verlust von ganzen Worten als Substantiven. Geht oft mit augenfälliger Großschreiberitis einher. Der AKÜFI kann leicht mit Maulfaulheit verwechselt werden. Wirkt ausgrenzend und führt im Endstadium zu vollständiger Unverständlichkeit.

Das krz hat etwas dagegen. Unsere Auflösung kommt dieses Mal aus dem Bereich der Digitalisierung, genauer gesagt der Schul-IT.

Wofür steht MEP?

„MEP“ ist das Akronym für den „Medienentwicklungsplan“, bei dem es sich um ein Konzept zur medialen und digitalen Ausstattung von Schulen in der Region handelt. Der Medienentwicklungsplan dient für die Schulen und den Bund als eine Grundlage dafür, was in den nächsten Jahren angeschafft und eingerichtet werden muss.

Mit dem Digitalpakt stellt der Bund den Schulen in Deutschland über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Euro für Investitionen in die digitale Infrastruktur zur Verfügung. Die Corona bedingten Schulschließungen im Frühjahr und die Schwierigkeiten beim Home Schooling machten den dringenden Bedarf in diesem Bereich deutlich sichtbar. Trotzdem ist das Geld aus dem Digitalpakt bisher eher spärlich geflossen. Dies liegt unter anderem auch daran, dass Schulen der bürokratische Prozess, um an die nötigen Mittel zu kommen, Schwierigkeiten bereitet.

Der Digitalpakt setzt voraus, dass die Schulen ein entwickeltes Konzept für die digitale Ausstattung einreichen, bevor sie auf die bereitgestellten Mittel zugreifen dürfen. Jede Schule muss daher ein technisch-pädagogisches Konzept in der Form eines Medienentwicklungsplanes vorlegen. Das fällt vielen Schulen schwer, weshalb die Kommunen sich damit an externe IT-Dienstleister wie das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) wenden, damit diese den Medienentwicklungsplan in Zusammenarbeit mit den Schulen für sie erstellen.

Beim Vorgehen des krz sind die Schulen dabei immer eng in den Prozess eingebunden. Zunächst macht sich der IT-Dienstleister Mithilfe von Fragebögen ein Bild vom Ist-Zustand. Auf dieser Grundlage führt das krz-Team dann vor Ort Gespräche mit den Verantwortlichen zur pädagogischen Ausrichtung sowie zu den Anforderungen an die IT-Infrastruktur, um einen individuellen und genau angepassten Medienentwicklungsplan für die entsprechende Schule zu erstellen.

Das Konzept orientiert sich dabei an folgenden fünf Punkten:

  1. Beschreibung der Ausgangslage zur Arbeit mit „neuen Medien“: Dazu gehören Angaben zur Schule, eine Begründung, wieso neue Medien gebraucht werden und eine Auflistung aller bereits vorhandenen Mittel zur Vermittlung von Medienkompetenz.
  2. Definition der Lernziele zur Arbeit mit „neuen Medien“: Hier sollen konkrete Angaben zu den Lernzielen für Schülerinnen und Schüler sowie für den Unterricht gemacht werden.
  3. Konkrete Pläne: Die zuvor bestimmten Lernziele sollen mit konkreten Plänen zur Unterrichtsgestaltung unterfüttert werden. Daraus wird dann der allgemeine Bedarf nach Ressourcen abgeleitet.
  4. Ressourcenbedarf: Für die Umsetzung der Ziele muss jeweils angegeben werden, welcher konkrete Bedarf an Ressourcen sich daraus ergibt.
  5. Fortbildungsbedarf für die Umsetzung der Ziele: Hier sollte der Bedarf nach Weiter- und Fortbildung (z.B. für Hard- und Softwarenutzung) der Lehrkräfte dargestellt werden.

Weitere Informationen zu Medienentwicklungsplänen des krz finden Sie hier.

Quelle: https://gblogs.cisco.com/de/digitalpakt-der-medienentwicklungsplan-als-schritt-auf-dem-weg-zur-digit