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18.09.2020

Viel mehr als Technik

SPD-Landtagsabgeordnete besuchten das krz

Die ostwestfälisch-lippischen Volksvertreter Jürgen Berghahn, (Sprecher im parlamentarischen Untersuchungsausschuss IV „Kindesmissbrauch“), Christina Kampmann (Sprecherin im Ausschuss für Digitalisierung und Innovation), Dr. Dennis Maelzer, (Sprecher im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend), Ernst-Wilhelm Rahe, sowie Ellen Stock, (Vorsitzende der SPD Lippe, Mitglied im Ausschuss für Heimat, Kommunales, Bauen und Wohnen) besuchten im August den Lemgoer IT-Dienstleister, um sich besonders zum Thema Digitalisierung in ihren Wahlkreisen ein Bild zu verschaffen.

Sehr früh in seiner Vorstellung des krz machte Geschäftsleiter Lars Hoppmann deutlich: Das krz ist weit mehr als ein Rechenzentrum, sondern versteht sich als vollumfänglicher Dienstleister für seine Verbandskommunen und Kunden. Der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schon seit 2007 zertifizierte Zweckverband unterstützt 800 kommunale Anwender in vierzehn Bundesländern bei all ihren Belangen, von Ausländerwesen über Beschaffung, Datenschutz oder Druckdienstleistungen bis hin zu Veranstaltungsmanagement und Zugangskontrollen. Der Ansatz ist dabei ganzheitlich und umfasst neben dem Betrieb der entsprechenden Anwendungen (dies seit Januar 2020 durch den gemeinsam mit der GKD Paderborn gegründeten Zweckverband OWL-IT) auch die Analyse, Beschaffung, Konfiguration, Einweisung sowie Wartung und Beratung.

Eingängige Beispiele für diesen umfassenden Ansatz erschienen im Vortrag von Michaela Lehnert (stellv. Abteilungsleiterin Bürgerservice, E-Government und Geoinformationssysteme) und Torsten Fisahn (Geschäftsbereich Digitalisierung) zur Digitalisierungsstrategie, die das krz seit 2017 gemeinsam mit seinen Verbandskommunen entwickelt, wissenschaftlich unterstützt durch das Institut für Verwaltungsmanagement, Mittelstandsforschung und Zukunftsplanung IVM². Grundlage für den Digitalisierungsplan bis 2025 ist eine eingehende Analyse der Situation und der Bedürfnisse in den Verwaltungen vor Ort. Denn darüber waren sich IT-Fachleute und Politiker einig: In den kleineren Städten und Gemeinden im ländlichen Raum, die das Verbandsgebiet des krz prägen, gibt es andere Bedingungen zu beachten als z.B. in Modellkommunen wie Köln oder Gütersloh.

Das Rezept des krz ist daher: Zuhören, und dort ansetzen „wo der Schuh drückt“. Digitalisierung von unten sozusagen. Hierfür hat das krz das Werkzeug DigiCheck@Kom entwickelt, basierend auf der Untersuchung und Analyse der Gegebenheiten vor Ort, gefolgt von Empfehlungen durch die IT-Fachleute in Lemgo.

In den bisher stattgefundenen eingehenden Gesprächen – Fisahn nannte es bewusst „Klinken putzen“ – mit Sachbearbeitern in von den Kommunen vorgeschlagenen Bereichen wurde eine grundlegende Bereitschaft zur Digitalisierung deutlich, wie auch einige interne Hindernisse. Zusammengefasst wünschen sich die Verwaltungen konkrete Lösungen, die standardisiert und übertragbar sind und in interkommunaler Kooperation eingesetzt werden können. Kostentransparenz, was denn Digitalisierung konkret kostet, ist den Kommunen außerdem wichtig. Das krz wird als Partner für die Beratung und externe Begleitung gesehen, der auch beim Kompetenzaufbau und der Qualifizierung aller Mitarbeitenden unterstützt.

Fisahn stellte dabei klar: die Technik ist vorhanden, doch Digitalisierung ist mehr als WLAN und Onlinezugang. Die große Chance und Herausforderung besteht darin, die Prozesse in den Verwaltungen im Rahmen der Digitalisierung zu modernisieren und damit zu beschleunigen. Damit, dass ein Antrag elektronisch eingeht, die Informationen aber ausgedruckt werden und von den Sacharbeiterinnen und Sacharbeitern wieder händisch eingegeben werden müssen, sei nichts gewonnen, so Michaela Lehnert.

Aus der gemeinsamen Analyse vor Ort entwickelt das krz Entscheidungsvorschläge für eine Umsetzung innerhalb der nächsten vier Jahre. Die Entscheidungshoheit über das „ob“ und das „wann“ der vorgeschlagenen Maßnahmen liegt bei den Kommunen. Mehrere DigiChecks bilden die Gesamt-Strategie der Stadt oder Gemeinde. Das krz übernimmt die Aufgaben als Technologischer Lösungsanbieter (DigiTech@Kom), für den Kompetenzaufbau bzw. die Qualifizierung (DigiFit@Kom) und unterstützt mit Konzepten und Beratung (DigiCheck@Kom).

Als konkretes Beispiel einer Anwendung, die bereits vor Jahren direkt aus der Praxis heraus entstanden ist, stellte Lars Brindöpke, Geschäftsbereichsleiter Schul-IT und Handelsware die krz-Eigenentwicklung „Schüler online“ vor. Hierbei ging der Impuls von einer Schule aus, die sicherstellen wollte, dass die Schulpflicht auch nach der Sekundarstufe und dem Wechsel in eine Berufsschule nachgehalten werden kann. Inzwischen ist die Anwendung für das Übergangsmanagement in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen weit verbreitet und wird im Digitallabor des IT-Planungsrates als Standardlösung für einen bundesweiten Einsatz untersucht. Schüler Online unterstützt im Hintergrund vor allem die Schulen und Schulträger bei den Verwaltungsabläufen. Es ermöglicht einen unkomplizierten Transfer der Schülerdaten zwischen den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen, erleichtert die Schulpflichtüberwachung, gestattet unterschiedliche Auswertungsmöglichkeiten und bietet eine frühzeitige Beratung, natürlich alles entsprechend den Regeln des Datenschutzes.

Während und nach der Präsentationen vom krz fragten die fünf Landtagsabgeordneten interessiert nach: Wie ist die Zusammenarbeit mit dem BSI, wieviel Angriffe wehrt das krz täglich ab, und auch die Einschätzung zu neuen Verordnungen und Gesetzen der Landesregierung im Themenfeld Digitalisierung interessierte die Politiker. „Warum ist es manchmal so problematisch, Daten einer Behörde einem anderen Amt zur Verfügung zu stellen?“, war eine weitere Frage und „Bietet das krz seine Schulungen zum Kompetenzaufbau zum Thema Digitalisierung auch Abgeordneten an?“

Auf Facebook fasste Christina Kampmann ihre Eindrücke vom Vormittag folgendermaßen zusammen „Im krz (…) werden Kommunen und Schulen auch über die technische Dimension hinaus bei der digitalen Transformation unterstützt. Darüber hinaus wird (…) an der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes gearbeitet. Das kommunale Rechenzentrum leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Digitalisierung unserer Kommunen und hat dabei auch die Beschäftigten im Blick!“

Um den interessanten Austausch fortzusetzen, lud Ellen Stock stellvertretend für alle Abgeordneten die Gastgeber aus Lemgo zu einem Gegenbesuch im Düsseldorfer Landtag ein.

Landtagsabgeordnete und IT-Dienstleister bunt gemischt: (v.l.n.r.) Christina Kampmann (SPD), Martin Kroeger (stellv. Geschäftsleiter krz), Dr. Dennis Maelzer (SPD), Ellen Stock (SPD), Lars Brindöpke (krz), Michaela Lehnert (krz) Jürgen Berghahn, (SPD), Torsten Fisahn (krz), Lars Hoppmann (krz) und Ernst-Wilhelm Rahe (SPD)