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06.08.2020

Zwischenbericht: Nordrhein-Westfalen bei digitaler Aufholjagd großen Schritt vorangekommen

krz unterstützt Verbandskommunen bei der Verwaltungsdigitalisierung

Vor gut einem Jahr hat die Landesregierung die Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Am 17. Juli zog Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart eine Zwischenbilanz zur Umsetzung und legte einen Fortschrittsbericht vor.

Dazu der Digitalminister in einer Pressemitteilung: „In den vergangenen Monaten, in denen die Corona-Pandemie den Alltag umkrempelte, haben wir den Stand der Digitalisierung gewissermaßen im Reallabor erlebt und festgestellt: Wichtige Weichen sind gestellt und manche der gesteckten Ziele sogar schon erreicht. Die Digitalisierung der Verwaltung ist eine Mammutaufgabe, die größte Verwaltungsreform seit Jahrzehnten. Bildung, Mobilität, Gesundheit – in all diesen Bereichen gehen die Anforderungen an eine digitale Zukunft mit enormen Investitionen einher. Wir haben die ‚Aufholjagd‘, wie es vor einem Jahr in der Strategie formuliert wurde, nicht nur angenommen, sondern sind ein großes Stück vorangekommen.“

Der Fortschrittsbericht zur Digitalstrategie beschreibt Zwischenstände zur Umsetzung mehrerer strategischer Ziele:

  • Digitale Verwaltung

Noch vor der Sommerpause hat der Landtag die Novellierung des E-Government-Gesetzes Nordrhein-Westfalen beschlossen. Es erweitert den Geltungsbereich auf Schulen, Hochschulen und nahezu alle Landesbehörden, um Behördengänge noch bequemer von zu Hause aus erledigen zu können.

Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) trägt maßgeblich zur Verwaltungsdigitalisierung bei. Gemeinsam mit seinen 40 Verbandsmitgliedern, den ostwestfälischen Landkreisen Lippe, Minden-Lübbecke und Herford plus 37 Gemeinden setzt es sich als einer der ersten Kommunalen IT-Dienstleister in Nordrhein-Westfalen intensiv mit dem Onlinezugangsgesetzes (OZG) auseinander.

Neben dem Erarbeiten von digitalen Angeboten im Rahmen des OZG hat der Lemgoer IT-Dienstleister den Anspruch, die Verwaltungsdigitalisierung umfassend mit dem Ziel „Digital von A bis Z“ voranzutreiben. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Verwaltungen sollen passende Werkzeuge und Lösungen angeboten werden, die auf ihre Bedürfnisse und die neuen Anforderungen aus den digitalen Eingangskanälen abgestimmt sind.

Mit der Lösung DigiCheck@Kom bietet das krz vor allem seinen kleinen und mittelgroßen Verbandskommunen einen neuen Service zur Verwaltungsdigitalisierung an. Ausgehend von einer gemeinsamen Vor-Ort-Aufnahme der aktuellen Ausgangslagen und Problemstellungen werden praktikable und passgenaue Lösungsempfehlungen entwickelt. Schon vorhandene und/oder im Sinne von „Quick Wins“ schnell erreichbare OZG-Lösungen, Workflows, E-Akten und sonstige digitale Empfehlungen können auf dieser Basis ressourceneffizient, kalkulierbar und organisiert von der Kommune realisiert werden. Dabei werden auch wesentliche Rahmenempfehlungen mit einbezogen, z.B. zur Qualifizierung der Mitarbeiterschaft und /oder dem Projekt- und Changemanagement. Das Ergebnis ist eine Digitalisierungsstrategie als strukturierte Grundlage für die Entscheidungen vor Ort.

Weitere Bereiche der Digitalisierungsstrategie NRW umfassen laut Pressemitteilung des Ministeriums:

  • Nahverkehr

Seit Dezember 2019 können erstmalig alle Nahverkehrstarife in Nordrhein-Westfalen aus einer Hand digital gebucht werden. Möglich macht das die mobil.nrw-App.

  • Virtuelles Krankenhaus

Eine digitale Plattform macht medizinische Fachexpertise aus den Spitzenzentren landesweit verfügbar. Aufgrund der Pandemie wurde der für Frühsommer 2020 geplante Start vorgezogen.

  • Gesundheits-Netz

40.000 Arztpraxen, mehr als 350 Krankenhäuser, 4.400 Apotheken und weitere Gesundheitseinrichtungen sind vernetzt, die Telematik-Infrastruktur sichert die Kommunikation zwischen allen stationären und ambulanten Einrichtungen. Im nächsten Schritt können Pflegeheime eingebunden werden.

  • Modellregionen

Die Regionen um Aachen, Gelsenkirchen, Paderborn, Soest und Wuppertal digitalisieren schneller, um Bürgern und Unternehmen attraktive Angebote zu bieten. Als digitale Pioniere erarbeiten sie konkrete Lösungen für alle Kommunen im Land. 62 Projekte (Volumen: 100 Millionen Euro) sind an den Start gegangen.

  • Mobile Arbeit

Um die Arbeitsfähigkeit in der Corona-Pandemie zu gewährleisten, wurden seit 1. März mehr als 14.000 Arbeitsplätze in Ministerien und Landesbehörden zu Homeoffice-Plätzen umgestaltet. Insgesamt können nun 36.000 Beschäftigte mobil arbeiten.

  • Breitband

76 Prozent der Haushalte sind mit mindestens 400 Mbit/s versorgt. 93 Prozent der 5.400 Schulen sind mit gigabitfähigen Netzen erschlossen oder dafür vorgesehen (Ende 2018: 59 Prozent). Von 3.900 Gewerbegebieten waren im 1. Quartal 2020 68 Prozent mit Glasfaser erschlossen oder dafür vorgesehen (Vorjahr: 37 Prozent).

Minister Pinkwart dazu: „Wir wollen uns auf die Chancen der Digitalisierung konzentrieren, aber immer auch die Teilhabe der Menschen im Blick haben und sie motivieren und unterstützen, diese Chancen zu nutzen.“
Die Digitalstrategie des Landes soll im kommenden Jahr mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger weiter fortgeschrieben werden.

Die Digitalstrategie zum Download finden Sie hier.
Quelle: https://wwlw.land.nrw/de/pressemitteilung/landesregierung-legt-zwischenbericht-zur-digitalstrategie-vor 

krz-Geschäftsleiter Lars Hoppmann