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25.03.2019

Internes Interview

Zwei neue Ausbilder im krz

Das Kommunale Rechenzentrum Minden/Ravensberg-Lippe (krz) bietet jedes Jahr Plätze für eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration (m/w/i) und ein Duales Studium mit dem Schwerpunkt der Wirtschaftsinformatik an. Dafür werden auch neue Ausbilder im krz benötigt, zu denen nun auch Andreas Ollenburg und Christian Thümmler zählen. Nach dem Abschluss einer entsprechenden Fortbildungsmaßnahme und abschließenden Prüfung bei der IHK sind die beiden nun bestens vorbereitet, um die künftigen Auszubildenden des Lemgoer IT-Dienstleisters zu betreuen. Doch wie wurden sie überhaupt auf diese Aufgabe vorbereitet und warum?

Wie wird man Ausbilder?

Andreas Ollenburg: „Um offiziell Ausbilder zu werden, haben wir eine Fortbildung mit abschließender Prüfung bei Jörn Richtermeier von der IHK Detmold absolviert. 1 ½ Tage in der Woche haben wir uns dabei mit den wichtigsten Themenbereichen rund um den Ablauf einer dualen Ausbildung auseinandergesetzt.“

Christian Thümmler: „Zum Abschluss haben wir eine schriftliche und eine praktische Prüfung bei der IHK abgelegt. Der schriftliche Teil bestand aus 70 Fragen, von denen mindestens 50% korrekt beantwortet werden mussten. Beim praktischen Teil der Prüfung konnte man zwischen einer Unterweisung mit einem Azubi oder einer entsprechenden Präsentation einer Unterweisung wählen, die vor dem Prüfungskomitee durchgeführt wurde. Ich habe mich für die tatsächliche Unterweisung entschieden und dafür einem krz-Azubi einen fachlichen Teil der Ausbildung zum Fachinformatiker erklärt.“

Was muss ein Ausbilder wissen? Welche Voraussetzungen muss man haben bzw. mitbringen?

Christian Thümmler: „Neben dem grundsätzlichen Verständnis, dass die Ausbildung von jungen Menschen ein gesellschaftlicher Auftrag ist und der subjektiven Erkenntnis, dass im Unternehmen Auszubildende benötigt werden, waren sowohl die Vorbereitung bis zur Durchführung der Ausbildungsinhalte Inhalte der Schulung als auch die gesetzlichen Bestimmungen wie Berufsausbildungsgesetz und Jugendarbeitsschutzgesetz.“

Andreas Ollenburg: „Um Ausbilder werden zu können, braucht man zunächst die fachliche Eignung in dem entsprechenden Ausbildungsbereich. In unserem Fall war daher eine abgeschlossene Ausbildung zum Fachinformatiker nötig. Aber auch die persönliche Eignung spielt eine wichtige Rolle, wenn man mit Auszubildenden arbeitet, muss man natürlich gut mit Jugendlichen umgehen können. Nur Ausbilder zu werden, um seine Karriere voran zu treiben, bringt nichts, das merken die Auszubildenden und dann haben weder sie noch der Ausbilder Spaß daran.“

Christian, du warst vor einem Jahr selbst noch Azubi, warum hast du die Seiten gewechselt?

Christian Thümmler: „Das hat sich sehr schnell ergeben. Mein Ausbildungsleiter Jens Wenderoth kam noch während meiner eigenen Ausbildung auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht direkt zum Ausbilder im krz werden wollte. Mir gefiel die Idee, besonders da meine eigene Ausbildung noch so präsent war.“

Andreas Ollenburg: „Und es liegt ihm. Ich war bei seiner praktischen Prüfung dabei und habe bei der Unterweisung selbst noch etwas Neues gelernt.“

Muss ein Ausbilder mehr Prüfungen absolvieren als ein Auszubildender?

Christian Thümmler: „Die Ausbildung ist länger weil viel mehr neue Inhalte dabei sind und ein Azubi schreibt in der Berufsschule oder der Uni mehrere Prüfungen. Allerdings ist die Abschlussprüfung der Azubis der der Ausbilder sehr ähnlich.“

Was dürft ihr jetzt, was ihr vorher nicht durftet oder kanntet?

Andreas Ollenburg: „Ich bin ein kompletter Quereinsteiger und wusste daher nicht so ausführlich, wie die Ausbildung hier im krz abläuft. Jetzt kenne ich den theoretischen Hintergrund und darf nicht nur eigenständig die Auszubildenden betreuen, sondern kann mich auch effektiv mit den anderen Ausbildern hier im Haus austauschen.“

Christian Thümmler: „Jetzt kann ich selbst Azubis betreuen und kenne die gesetzlichen Regelungen, die damit einhergehen. Dass Jugendliche unter achtzehn Jahren maximal vier Stunden am Stück arbeiten dürfen und vor Prüfungen immer einen Tag frei haben, wusste ich vorher nicht.“

Warum braucht das krz mehr Ausbilder? 

Andreas Ollenburg: „Mehr Ausbilder sorgen für eine bessere Betreuung in den einzelnen Bereichen und Abteilungen des krz. Mehr Ausbilder können sich auch besser untereinander austauschen, um bspw. die Praxiselemente oder die Handhabung des Lehrplanes voranzubringen. Gleichzeitig bleibt das krz so auf dem aktuellen Ausbildungsstand und verfügt über moderne Unterweisungsmethoden, wie den eher kooperativen Lehrstil mit den Azubis, der vor fünfzehn Jahren noch nicht Teil der Schulung war.“

Christian Thümmler: „Dadurch, dass den einzelnen Azubis mehr Betreuer zur Verfügung stehen, steigt die Qualität der Ausbildung. Außerdem plant das krz im Rahmen der OWL-IT auch eine Ausbildungsfusion mit der GKD Paderborn, für die natürlich die nötigen Fachkräfte vorhanden sein müssen.“

Welche Erfahrungen habt ihr bereits im Umgang mit Auszubildenden gesammelt? 

Christian Thümmler: „Ich hatte schon während meiner eigenen Ausbildung viel Kontakt zu den jüngeren Azubis und habe ihnen öfters geholfen. Jetzt bin ich halt einfach auf der anderen Seite.“

Andreas Ollenburg: „Ich war vorher bereits Ausbildungsbeauftragter und habe für Jens Wenderoth einige Azubis im Linuxteam unterwiesen.“

Was hat euch dazu bewogen in eurem Bereich zum Ausbilder zu werden? 

Christian Thümmler: „Dass ich mit den neuen Azubis arbeiten werde, war ja bereits gegen Ende meiner eigenen Ausbildung geplant. Die Schulung und Prüfung habe ich aus eigener Motivation heraus gemacht, um dem qualitativen Standard eines krz-Ausbilders zu entsprechen.“

Andreas Ollenburg: „Ich bin im Linuxbereich für die spezifische Weiterbildung der Azubis zuständig, habe früher als IT-Trainer aber primär mit Erwachsenen gearbeitet. Die Schulung diente mir dazu, neues Wissen im Umgang mit jungen Auszubildenden zu bekommen.“

Andreas Ollenburg und Christian Thümmler sind nun für ihre neue Aufgabe als Ausbilder vorbereitet, doch sie bleiben in diesem Bereich nicht lange die Neuen im krz. Karsten Müller nimmt derzeitig ebenfalls an Jörn Richtermeiers Schulung teil und steht demnächst vor seiner eigenen Prüfung.

Das Interview führte Lena Sprenger.