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20.03.2019

Schnell und einfach zum neuen Ausweis

Speed Capture Station in Minden unterstützt Bürgerschaft und Verwaltung

Seit dem 1. November 2005 werden von der Bundesrepublik Deutschland Reisedokumente mit biometrischen Daten ausgegeben. Um Bürgerschaft und Sachbearbeitende bei der Beantragung bzw. Erstellung zu unterstützen, hat die Stadt Minden jetzt eine Speed Capture-Station vom Unternehmen Speed Biometrics in der Stadtverwaltung aufgestellt, das alle Identifikations-Merkmale elektronisch erfasst, prüft und zur Bearbeitung weiterleitet. Hier kann die Bürgerin oder der Bürger seit dem 1. März 2019 im Schutz einer Kabine ein Foto machen, Fingerabdrücke aufnehmen und die Unterschrift einscannen lassen. Die Installation erfolgte Ende Februar gemeinsam mit dem Hersteller und dem Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz).

Medienbruchfreie Sachbearbeitung
Die biometrischen Bilder, Fingerabrücke und Unterschriften werden aus dem Gerät direkt in die entsprechenden Fachverfahren übergeben. Über diese Technik wird in Einwohnermeldeämtern der neue Personalausweis (nPA), der elektronische Reisepass (ePass), oder auch der Reiseausweis mit den biometrischen Daten versorgt. Darüber hinaus wird sie in den Ausländerämtern für die Ausstellung von elektronischen Aufenthaltstiteln (eAT) oder Reisedokumenten verwendet. Die Vorteile daran sind, dass einerseits die Aufnahme und Bearbeitung beschleunigt wird, auch weil der Vorgang medienbruchfrei abläuft. Zudem werden die Daten bereits bei der Aufnahme auf Verwendbarkeit geprüft und sicher verwaltet bzw. nach einer festgelegten Frist automatisch gelöscht.

Geprüfte Daten
Der Erfassungsprozess für die Ausstellung von Dokumenten beginnt mit der Fotoaufnahme. Bei den Kommunen werden Systeme eingesetzt, die eine optimierte Beleuchtung für schattenfreie Bilder verwenden. Nacheinander werden drei Fotos aufgenommen, zugeschnitten und anschließend auf „Biometrie-Tauglichkeit“ automatisiert geprüft. Von den vorliegenden Bildern, wählt der Bürger anschließend selbst das zu verwendende Foto aus. Sind alle drei Fotos nicht geeignet, erhält der Bürger Hinweise zur Verbesserung und die Aufnahme wird wiederholt.

Nach dem Foto werden die Fingerabdrücke der Antragsstellenden erfasst. Von beiden Zeigefingern werden jeweils drei Aufnahmen gemacht. Die beste der drei Aufnahmen wird zur Speicherung im Dokument übermittelt. Reicht die Qualität nicht aus, wird die Erfassung mit dem nächsten Finger (Daumen, Mittelfinger, Ringfinger) fortgesetzt. Das Gerät kann sogar unterscheiden, ob eine Folie oder ein durchbluteter Finger gescannt wird.

Neben Lichtbild und dem Fingerprint muss eine Unterschrift im Ausweis hinterlegt werden. Der Bürger unterschreibt auf einem Unterschriftspad. Diese Vorgehensweise ist schon in sehr vielen Bereichen (etwa im Führerscheinwesen) in Verwendung. Auch wenn die Unterschrift nicht den Ansprüchen genügt, kann diese wiederholt werden.

Die Speed Capture Station ist intuitiv bedienbar, und die Steuerung erfolgt über Hinweise, die bei der Stadt Minden aktuell in 6 Sprachen abrufbar sind. Weitere Sprachen können ohne Probleme hinterlegt werden. Dies macht den Einsatz besonders bei Ausländerämtern sehr einfach. Nach der Übertragung werden Foto und Fingerabdrücke zur Sicherheit noch einmal am Arbeitsplatz des Sachbearbeitenden abgeglichen. 

Verschlüsselt und datengeschützt
Nicht erst seit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung ist der Datenschutz ein zentrales Anliegen bei den Kommunen. Außer den Bilddaten (Foto, Unterschrift und Fingerprint) werden lediglich Tag und Monat des Geburtsdatums, aber keine weiteren personenbezogenen Daten erfasst. Zudem werden sie verschlüsselt gespeichert und übertragen. „Die abgerufenen Daten werden nach zwölf Stunden, nicht abgerufene Daten nach sieben Tagen datenschutzkonform aus dem System der Speed Capture-Station gelöscht. Nach dem Abruf stehen diese Daten im Fachverfahren der Stadt Minden weiter zur Verfügung und werden nicht an Dritte weitergegeben“, erläutert Daniel Schollmeyer, Leiter des Bereiches Bürgerdienste, den Datenschutz des Verfahrens.

Ergänzendes Angebot
Das krz hat Stadt Minden bei der Installation unterstützt und die Anbindung an die Fachanwendung auf den Computern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bürgerbüro installiert. Die Stadt sieht die neue Station als ein ergänzendes Angebot. Jeden Monat werden in Minden durchschnittlich rund 1.500 Ausweisdokumente beantragt, hier sind die Dokumente, die die Ausländerbehörde ausstellt nicht eingerechnet. „An Tagen mit hoher Frequenz, wie Montag und Donnerstag, können Kunden und Mitarbeiter Zeit sparen, wenn die neue Station zum Einsatz kommt“, weiß Schollmeyer. Als einer der ersten Nutzer überzeugte sich Bürgermeister Michael Jäcke von der Leistungsfähigkeit des Systems. Bei einem Pressetermin und zur Vorstellung am Montag, 4. März, testete er es und zeigte sich begeistert. (Zur Pressemitteilung der Stadt Minden)

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