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06.05.2019

Stadt Detmold hat neues Knöllchen-Verfahren eingeführt

Ordnungswidrigkeit kann über QR-Code abgerufen werden

BUZ: Seit dem 23. April klemmt kein personalisierter Ausdruck mehr an der Windschutzscheibe, sondern eine vorgefertigte Karte mit QR-Code und Kennung wie abgebildet. (Foto: Stadt Detmold)

Seit dem 23. April finden Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, die in Detmold falsch geparkt haben, keinen personalisierten Ausdruck mehr an ihrer Windschutzscheibe vor, sondern stattdessen eine mit einem QR-Code bedruckte Karte. Dafür sorgt das vom Kommunalen Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) bereitgestellte Ordnungwidrigkeitsverfahren WiNOWiG.

Die neue Version eines „Knöllchens“ ermöglicht es den Verkehrsteilnehmerinnen oder Verkehrsteilnehmern, über den Scan des QR-Codes sowie die Eingabe der auf der Karte abgedruckten Kennung die ihnen zur Last gelegte Ordnungswidrigkeit einzusehen und die Bezahlinformationen für das Verwarngeld zu erhalten.

Außerdem können die Betroffenen über die Eingabe der Internetadresse sowie der Kennung das Verwarngeld direkt von zu Hause aus bezahlen. Wird diese Möglichkeit innerhalb einer Woche nicht genutzt, erhalten die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer wie gewohnt eine schriftliche Verwarnung beziehungsweise eine Anhörung per Post. Den Verwarnten entstehen dadurch keine Nachteile. Darüber hinaus ist das neue Verfahren konform zu geltenden Datenschutzbestimmungen.

Auch für die Ordnungskräfte im Außendienst bedeutet diese Lösung eine Arbeitserleichterung: Sie müssen in Zukunft keine schweren Geräte mit integriertem Drucker mehr tragen, sondern können die Verwarnung über ein Smartphone ausstellen. Bei Verstößen geben sie die notwendigen Informationen in die Eingabemaske ein: Nummernschild, Verstoß, Ort und ggfls. die Ventilstellung der Räder. Zusätzlich können zur Beweissicherung Fotos dem Fall hinzugefügt werden. Als letzter Arbeitsschritt wird der QR-Code des „Online-Knöllchens“ eingescannt und mit dem Kennzeichen des Fahrzeuges verbunden, so dass der oder die Betroffene über die Webseite den Tatvorwurf aufrufen und zahlen kann.

Das „Online-Knöllchen“ ist somit ein Kompromiss zwischen papierloser Verwarnung am Fahrzeug und dem traditionellen Knöllchen. Mit diesem Verfahren kann die Erfassungsquote gegenüber dem klassischen Strafmandat deutlich gesteigert werden und es bietet Bürgerfreundlichkeit auf dem aktuellsten Stand der Technik. Immer mehr Kunden – auch außerhalb des krz-Verbandes – nutzen dieses umfassende Angebot zum Ordnungswesen des krz. Die Daten werden über eine sichere, verschlüsselte Verbindung an das Lemgoer Rechenzentrum übermittelt, und die die tägliche Verarbeitung wie etwa der Halterabruf beim KBA oder das Erstellen der Sollstellungen zu der Finanzsoftware verläuft vollkommen automatisiert.

Zwei Überwachungskräfte der Stadt Detmold zeigen die alte und neue Technik: Bisher mussten die Verwarnungen über ein schweres Gerät inklusive Drucker ausgestellt werden (rechts), jetzt reichen Smartphone und Kartenblock (links). (Foto: Stadt Detmold)

Quelle: Stadt Detmold