Seiteninhalt
03.05.2019

Digitalisierung im Bauwesen

Kreis Lippe informiert zur Digitalen Bauakte

Die neue Landesbauordnung NRW gilt seit dem 1. Januar 2019. In einer Fortbildung informierte der Kreis Lippe nun über die Änderungen für Antragsteller einer Baugenehmigung sowie die soziale Wohnraumförderung in NRW. Im Rahmen dessen wurde auch über die vorhandenen Möglichkeiten der Digitalisierung im Bauwesen, die beim Kreis Lippe eingesetzt werden, informiert, insbesondere durch das digitale Baugenehmigungsverfahren und die digitale Bauakte. Sowohl das Fachverfahren als auch das Dokumentenmanagementsystem mit dem Aktenmodul „Digitale Baugenehmigungsakte“ wurden vom Kommunalen Rechenzentrum entwickelt und werden im Fullservice betrieben und betreut.

Vorreiter: Digitales Baugenehmigungsverfahren im Kreis Lippe

Die Digitalisierung verändert und durchdringt mittlerweile alle Lebensbereiche. Sie bietet Chancen für eine fortschrittliche Gesellschaft, eine wettbewerbsfähige Wirtschaft und einen modernen Staat. „Digitalisierung bedeutet für Verwaltungen vor allem, dass Vorgänge beschleunigt werden und viele Dienstleistungen auch online abgewickelt werden können – das spart dem Bürger im Zweifel den Gang zur Behörde. Im Kreis Lippe wollen wir eine leistungsfähige Verwaltung 4.0 gestalten und sind gerade dabei, Strategien zum ‚Open Government‘ umzusetzen“, erklärt Landrat Dr. Axel Lehmann. Zur Digitalisierung in der Verwaltung hat die Landesregierung NRW 2018 unter anderem die Ergebnisse zur Sachstandsabfrage „Digitalisierung im Baugenehmigungsverfahren“ veröffentlicht. „Ein Ergebnis war, dass derzeit nur etwa vier Prozent der Behörden in Nordrhein-Westfalen für Baugenehmigungen anbieten, die Anträge elektronisch anzunehmen und abzuwickeln. Zu diesen digitalen Vorreitern gehört auch der Kreis Lippe“, erklärt Jörg Düning-Gast, Verwaltungsvorstand beim Kreis Lippe.

Bereits in den Jahren 2007 und 2008 hat der Kreis Lippe gemeinsam mit den OWL-Nachbarkreisen Minden-Lübbecke und Gütersloh sowie den IT-Dienstleistern Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg (krz) und der ITEBO Osnabrück ein internetbasiertes, digitales Baugenehmigungsverfahren entwickelt und im Betrieb genommen.

Wer ein neues Haus oder eine Gewerbehalle bauen möchte, muss sich auf regen Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden einstellen. In Lippe können Behörden, Bauherren oder Entwurfsverfasser über ein Online-Portal Dokumente digital einstellen und diese bearbeiten. "Die sonst oft langen Transport- und Bearbeitungszeiten werden so spürbar verringert", weiß Christian Gehse, Projektleiter von der technischen Bauaufsicht des Kreises. Er hat die Umstellung auf die "digitale Akte" gemeinsam mit seiner Kollegin Martina Bremer von Beginn an begleitet und kennt die Vorteile: "Der Austausch von Plänen zwischen Kreis, Gemeinde und Architekt erfolgt deutlich schneller. Wenn wir Nachtragsunterlagen anfordern, können wir ebenfalls diesen Weg nutzen".

Bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde im Kreishaus sind bisher rund 9.000 Bauanträge digital bearbeitet worden. Allerdings ist davon nur ein untergeordneter Teil von den Bauherren und Architekten auch in vollständig digitaler Form eingereicht worden. Daher verspricht sich der Fachdienst Bauen des Kreises Lippe von der Veranstaltung, dass die „Digitale Bauakte“ bekannter wird und mehr Bauherren und Architekten dieses Angebot nutzen.

Auch für die sichere Aufbewahrung und ordnungsgemäße digitale Ablage der Akten, Vorgänge und Dokumente sowie den Zugriff darauf für berechtigte Sachbearbeiter ist gesorgt.

Seit Juni 2018 ist die in Kooperation zwischen dem Kreis Lippe und dem krz entstandene Bauaktenlösung produktiv im Einsatz, wobei die Ablage im Dokumentenmanagementsystem (DMS) nscale erfolgt, welches beim krz im Fullservice für den Kreis Lippe betrieben wird. Die DMS-Anwendung ermöglicht es, abgeschlossene Baugenehmigungsvorgänge des digitalen Online-Portals „ITeBau“ mittels des Fachverfahrens BBG2000 mit Metadaten anzureichern und über automatisierte krz-Prozesse in das revisionssichere DMS beim krz in entsprechenden Aktenstrukturen abzuspeichern.

Der im digitalen Online-Portal „ITeBau“ bestehende Aktenbestand der letzten 10 Jahre wurde bereits in das DMS übertragen. Aus dem Fachverfahren kann direkt in die E-Akten abgetaucht werden. Zusätzlich können die zuständigen Mitarbeiter der oberen Baubehörde sowie der beteiligten Kommunen im Kreisgebiet Lippe problemlos mittels des verfahrensunabhängigen DMS-Clients auf die elektronischen Akten zugreifen. Darüber hinaus kann der Kreisarchivar direkt den vom Sachbearbeiter als relevant gekennzeichneten Aktenbestand prüfen und bewerten, damit eine Aussonderung und Vernichtung oder digitale Übergabe an das Langzeitarchivsystem DiPS.kommunal erfolgen kann.

Informierten im Kreishaus über die Änderungen in der neuen Landesbauordnung: Referent Manfred Müser (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Baurecht der Stadt Voerde), Christian Gehse (Leitung Fachdienst Bauen beim Kreis Lippe), Anke Dauer (Technische Bauaufsicht beim Kreis Lippe), Christine Simou (Teamleitung Wohnungsbauförderung beim Kreis Lippe) (von links). Foto: Kreis Lippe

Quelle: Kreis Lippe