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14.03.2018

Schleppmodul

Am Anfang eine Vision, heute Standard

2007 entstand beim Hersteller Schelhorn die Vision, die komplette Fallerfassung von Ordnungswidrigkeiten vor Ort mit dem Handy vorzunehmen. Die bis dato eingesetzten „Knochen“ (Erfassungsgeräte) sollten möglichst zeitnah durch die Smartphonetechnologie ersetzt werden. Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) war eines der ersten Rechenzentren, das diese Vision mit aufgegriffen hatte und heute im Ordnungswesen verschiedene Web-Komponenten (Erfassung vor Ort mit dem Smartphone, Benachrichtigungskarte mit dem QR-Code, Online Anhörung und auch das neue Schleppmodul) erfolgreich im Einsatz hat.

Das Ordnungsamt der Stadt Bad Salzuflen setzt aktuell das neue Schleppmodul seit Januar 2018 ein. Hierbei erfolgt die Datenerfassung mobil durch ein handelsübliches Smartphone. Im Abschleppverfahren werden die Falldaten direkt aus dem Fachverfahren übernommen und um weitere Daten und Beweisfotos ergänzt. Über das Verfahren wird dann eine Information an das Abschleppunternehmen übermittelt und das Fahrzeug kann unverzüglich abgeschleppt werden. Ein Auskunftsservice steht dem Innendienst zur Verfügung, so dass Anfragen vom Fahrzeughalter unverzüglich beantwortet werden können. Bei dem beschriebenen Prozess erfolgen die einzelnen Schritte völlig papierlos. Alle Daten können in das Ordnungswidrigkeitenverfahren übernommen werden.

Eine weitere Neuerung ist das „Online-Knöllchen“. Es ersetzt den vielerorts noch eingesetzten schriftlichen Hinweis („Knöllchen“) am Fahrzeug mit Informationen zum Tatverstoß und den Zahlinformationen.

Wie funktioniert diese Erweiterung? Bei Parkverstößen geben die Mitarbeiter die notwendigen Informationen in die Eingabemaske ein: Nummernschild, Verstoß, Ort und ggfls. die Ventilstellung der Räder. Zusätzlich können zur Beweissicherung Fotos dem Fall hinzugefügt werden. Als letzter Arbeitsschritt wird der QR-Code des Verwarnzettels (dem „Online-Knöllchen“) eingescannt und mit dem Kennzeichen des Fahrzeuges verbunden. Hierdurch kann der Betroffene über die Webseite den QR-Code und dem hinterlegten Kennzeichen den Tatvorwurf recherchieren und bei Bedarf sofort zahlen. Der bisherige Zahlweg über das Anschreiben bleibt weiterhin bestehen.

Das „Online-Knöllchen“ ist ein Kompromiss zwischen papierloser Verwarnung am Fahrzeug und dem traditionellen Knöllchen. Ein Drucker für den Ausdruck wird nicht mehr benötigt. Mit dem „Online-Knöllchen“ kann die Erfassungsquote gegenüber dem „Knöllchen“ deutlich gesteigert werden und führt zu einer Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.