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07.12.2018

Mit IT und Mengenlehre zum Bienenschutz

Geoinformationssysteme sorgen für blühende Randstreifen

Kann man mit IT die Bienen retten? Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe (krz) versucht es, mit Geometrie und Mengenlehre. Die erste Menge sind die Kataster-Flurstücke, die im Besitz der Kommune sind. Die zweite Menge sind die Feldblöcke von der Landwirtschaftskammer, d.h. das bewirtschaftete Land. Wenn man aus diesen beiden Mengen die Schnittmenge bildet, erfährt man, welche kommunalen Flächen landwirtschaftlich genutzt werden, und die Auswertung „Wegrand“ ist geboren.

Der Kreis Herford hat den Anfang gemacht: die Idee dahinter war einfach: Randstreifen an Wegen und Straßen, die eigentlich im Besitz der Kommunen sind, werden oft von Bauern für den Anbau mit genutzt. Wenn diese von den Kommunen als Blühstreifen reaktiviert werden, können Bienen hier Nahrung finden.

Das krz hat dieses Konzept übernommen und unterstützt nun die Kommunen mit der Auswertung „Wegrand“, die die beiden Geodatensätze in Relation setzt. Die Bildung einer Schnittmenge oder „Verschneidung“ von Geometrien ist eine Grundfunktion in der Geo-Daten-Infrastruktur (GDI) des Lemgoer IT-Dienstleisters. Um die Flächen auszuwerten, müssen die Ergebnisse zusätzlich sinnvoll gefiltert werden, um nicht relevante Bagatell-Flächen auszublenden, die auf Messungenauigkeiten beruhen. Die Darstellung der Ergebnisse erfolgt als Kartendienst (WMS) in der GDI.

Durch Kombination mit weiteren Kartendiensten in der GDI kann die Auswertung dann analysiert werden. Als Hintergrund geben hochauflösende Fotos und Luftbilder Auskunft darüber, wie die Fläche genutzt wird. Acker oder Wiese? Und wie weit reicht die befestigte Fläche, also die Fahrbahn? Darüber hinaus zeigt der Kartendienst ALKIS die Flurstücksgrenzen und ermöglicht die Eigentümerauskunft sowohl für das Wege-Flurstück, als auch für die angrenzende landwirtschaftliche Fläche. Und letztendlich ermöglicht eine Messfunktion eine erste Einschätzung der Breite des umgepflügten Streifens und der Flächengröße. Die Flächengröße, gerundet auf m², ist als Feature-Info abfragbar.

Im Kreis Lippe hat der Geschäftsbereich Geoinformationssysteme des krz für Leopoldshöhe, Lage und Horn-Bad Meinberg die Auswertung durchgeführt, weitere Kommunen können folgen.