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10.10.2018

IoT-Infrastruktur von Lemgo Digital steht

krz unterstützt Vorzeigeprojekt

Ab dem 11. September 2018 sind alle 16 Stadtbusse in Lemgo mit Sensoren für die exakte Positionsbestimmung und zusätzlichen Displays ausgestattet. Die Positionsdaten werden in einer sicheren Cloud verarbeitet und die Fahrgäste sehen morgens bereits am Frühstückstisch auf dem Smartphone, wann genau sie sich auf dem Weg zur Haltestelle machen können. Busfahrer sehen ab sofort die Positionen der Kolleginnen und Kollegen – es entfällt der fragile Funkverkehr und eigene Abfahrtszeiten können einfacher synchronisiert werden. Gemeinsam mit dem krz, der Hochschule OWL und den Stadtwerken Lemgo hat Fraunhofer IOSB-INA die Basis für die Entwicklung zukünftiger Mehrwerte und die Verbesserung des Komforts für die Fahrgäste geschaffen.

Das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe hat sich maßgeblich an der Entwicklung der Oberflächen beteiligt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsbereiche E-Government und Softwareentwicklung wirkten an der Entwicklung der Web-Anwendung, des Displays für die Busfahrer und des Displays an der Haltestelle „Treffpunkt“ mit. Hierbei wurde zunächst bei der Prototypenerstellung unterstützt. Die Datenhaltung erfolgt aktuell noch beim Fraunhofer IOSB-INA. Zukünftig soll diese aber in einer vom krz entwickelten ‚Goverment-Cloud‘ im BSI-zertifizierten Rechenzentrum erfolgen, dabei liegt der Fokus auch bei der Datennutzung für die weitere Bereichen des Projekts wie Parken, Handel und Umwelt. 

Denn mit diesem Projekt ist erst der Anfang gemacht: Lemgo Digital verfügt nun über das Handwerkszeug, zahlreiche weitere Mehrwertdienste zu erschaffen – nicht nur im öffentlichen Nahverkehr. 

So ist eines der zentralen Ziele von Lemgo Digital die Technologiegestaltung in der Bürgerbeteiligung. Auch die Funktionsweise und die grafische Oberfläche der Informationsanzeige in den Bussen ist bereits in einem Workshop gemeinsam mit Busfahrerinnen und Busfahrern entwickelt worden. Die Web-Anwendung wurde interessierten Fahrgästen und allen Bürgern bereits im August für einen zweiwöchigen Test zur Verfügung gestellt. Es gab ein hohes Interesse der Anwender, die diesen Test engagiert und interessiert angenommen haben. Umfangreiches Feedback, zu Funktion, Anwenderfreundlichkeit und Nutzwert der Anwendungen wurde gesammelt und ist bereits in Anpassungen der Anwendungen eingeflossen. Auch Anregungen für Funktionserweiterungen sind eingegangen.

Lars Hoppmann, stellvertretender Geschäftsführer des krz, ist sich sicher: „Dieses Projekt bietet den idealen Rahmen für die Umsetzung einer neuen Smart City Plattform für Mittelstädte, die wir nun gemeinsam mit Fraunhofer IOSB-INA, beispielgebend für andere Mittelstädte, in Lemgo entwickeln und erproben.“

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Leiter des Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo und Initiator von Lemgo Digital ergänzt: „Der Aufbau der grundlegenden IT-Infrastruktur wurde nun abgeschlossen. Damit sind wir in der Lage, Daten zum Beispiel zur Pünktlichkeit oder Ein-/ Ausstiegsfrequenzen an den Haltestellen in der notwendigen Qualität und Tiefe zu erfassen. Diese werden wir gemeinsam mit den Stadtwerken Lemgo und den Busbetreibern zur Weiterentwicklung des Stadtbus-Systems nutzen.“

Arnd Oberscheven, Geschäftsführer der Stadtwerke Lemgo ist erfreut: „Die Digitalisierung eröffnet uns neue Möglichkeiten, den Busbetrieb noch genauer zu analysieren, benutzerfreundlicher zu machen und damit die Attraktivität des Stadtbusses weiter zu steigern.“

Unterstützt wird dieses Projekt darüber hinaus durch die am Stadtbus Lemgo beteiligten Busbetreiber Köhne aus Extertal und Linke aus Lemgo, sowie dem Software Lieferanten IVU Traffic Technologies aus Aachen. Sven Oehlmann, Geschäftsführer Karl Köhne Omnibusbetriebe GmbH und Prokurist Uwe Kortemeier sind sich einig: „Wir begrüßen den Vorstoß von Fraunhofer in Lemgo sehr. Er wird uns helfen, die Digitalisierung im Bereich des ÖPNV für unsere Kunden voranzutreiben und die Qualität weiter zu verbessern.“