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13.09.2018

Aufbau in neun Punkten

Kompetenzzentrum für die Digitalisierung gefordert

(Quelle: Vitako-Branchenticker Nr. 35 - Berlin, den 7. September 2018)

Die digitale Transformation von Städten und Regionen betrifft neben der Verwaltung auch alle weiteren Bereiche des Lebens und Wirtschaftens vor Ort, wie Energie, Mobilität, Gesundheit, Bildung oder Handel. Insbesondere wirtschaftsstarke Kommunen und Fördermittelempfänger arbeiten bereits an Konzepten und Maßnahmen einer integrierten, nachhaltigen und digital geprägten Stadt- und Regionalentwicklung (Smart Cities und Smart Regions). Anders als in der Industrie 4.0, bei der Deutschland weltweit in der Spitzengruppe liegt, reicht es bei der Digitalisierung im kommunalen Umfeld maximal zu einem Platz im Mittelfeld der europäischen Staaten. Die kommunale digitale Transformation ist eine enorme Herausforderung nicht nur für Metropolen und Vorreiterregionen, sondern für alle 11.000 Kommunen in Deutschland.

Vor dem Hintergrund begrenzter finanzieller Handlungsspielräume und derzeit vielerorts noch fehlenden Know-hows, drohen die Chancen der Digitalisierung in vielen Städten und Regionen Deutschlands ungenutzt zu bleiben. In einer Umfrage des Deutschen Städte- und Gemeindebundes aus dem Jahr 2018 erkennen rund 90 Prozent der Kommunen die Chancen der Digitalisierung. Gleichzeitig geben ebenfalls 90 Prozent an, derzeit noch keine Strategie für diesen Umbauprozess zu besitzen. Um ein Auseinanderdriften der Kommunen zu vermeiden und nicht weitere wertvolle Zeit in der digitalen Transformation des Landes zu verlieren, braucht es dringend einen effizienten Know-how-Transfer und eine praktische Unterstützung der Kommunen. Hierfür empfehlen wir den umgehenden Aufbau eines bundesweit agierenden Kompetenzzentrums „Digitale Städte und Regionen" unter Federführung des Bundes und unter enger Einbindung der kommunalen Spitzenverbände und der Digitalwirtschaft. Das Kompetenzzentrum sollte folgende Aufgabenfelder umfassen, welche regelmäßig evaluiert und neuen technologischen Entwicklungen angepasst werden sollten:

  • Vernetzung aller relevanten Akteure wie Kommunen, Ministerien und Initiativen des Bundes und der Länder, kommunale Wirtschaftsbetriebe, private Unternehmen und Verbände durch eine digitale Community-Plattform

  • Durchführung von regelmäßigen Veranstaltungen und Expertenkreisen im gesamten Bundesgebiet mit allen relevanten Akteursgruppen

  • Identifizierung und Bekanntmachung nachhaltiger Lösungsansätze (bspw. durch hohe Bürger- bzw. Nutzerorientierung, erwiesenermaßen funktionierende Geschäfts-modelle oder Effizienzvorteile) sowie Aufzeigen von Synergien und Best Practices (bspw. durch Projektdatenbanken und Online-Plattformen)

  • Information über Nutzbarmachung von Standards für vernetzte Städte und Regionen
  • Unterstützung bei der Bestandsaufnahme vor Ort und Erarbeitung erster Schritte auf dem Weg zum digitalen Umbau in den Kommunen

  • Vermittlung anbieterneutraler Kompetenz und Beratung an die Kommunen in Bezug auf Datenmanagement, zur Bewertung und operativen Umsetzung von Lösungen und Technologien sowie zur Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle

  • Unterstützung bei der Modernisierung kommunaler Organisationsstrukturen wie die Etablierung kommunaler Digitalisierungsagenturen, Digitalisierungsstabsstellen oder Chief Digital Officer

  • Unterstützung bei der Weiterqualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kommunen

  • Überblick und Beratung über die vielfältige Förderlandschaft im Kontext Digitaler Städte und Regionen
Quelle: Vitako-Branchenticker Nr. 35 - Berlin, den 7. September 2018