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23.03.2017

CeBIT 2018 im Sommer

Deutsche Messe verlegt die Messe in den Sommer

(Quelle: heise online) "Schneebit" war gestern: Die CeBIT heißt die Besucher ab 2018 im Sommer willkommen. Nach der zuletzt kaum zufriedenstellenden Entwicklung der einstmals stolzen IT-Fachmesse greift die Messe AG zu drastischen Maßnahmen: Die CeBIT wird kürzer – und soll künftig im Sommer stattfinden.

Die Deutsche Messe AG zieht die Konsequenzen aus der jüngsten Entwicklung der CeBIT und stellt die einstmals größte Computermesse der Welt neu auf. Nach langen Diskussionen und intensiver Vorbereitung mit dem Ausstellerbeirat entschied die Messe AG, dass die CeBIT in den Sommer verlegt und noch einmal um einen Tag verkürzt wird. Nach einem Pressetag und drei Tagen, an denen die Messe nur für Fachbesucher öffnet, folgt ein Publikumstag.

Im kommenden Jahr soll die CeBIT dann erstmals nicht mehr im März stattfinden, sondern vom 11. bis 15. Juni 2018. Dabei sollen drei Schwerpunkte (die klassische IT-Messe als Schaufenster der digitalen Welt, die Startups und die Konferenzen) die Besucher anlocken – und zwar nicht nur reine Fachbesucher. Die Messe soll mehr "Eventcharakter" bekommen – so sollen auf dem Gelände zum Beispiel auch Konzerte stattfinden.

"Wir werden die CeBIT zu Europas führender Eventplattform und zum Festival für digitale Technologie, digitale Innovation und Geschäftsanbahnung der digitalen Wirtschaft umbauen", sagte Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG, am Mittwoch in Hannover. Diese neue CeBIT wird auf dem großen Hannoveraner Messegelände um das teils überdachte Freigelände zwischen den Hallen 27 und 15 gruppiert. "Dort werden wir den zentralen d!campus einrichten. Er wird Ort der Begegnung, für Showcases und Open-Air- Inszenierung, Austausch und Party." Abends wird das Gelände auch an den Fachbesuchetagen für Veranstaltungen und Publikum geöffnet. Am 14. Juni soll es ein "Event Highlight" geben.

"Fit für die Generation Y"
Für die Neuausrichtung der CeBIT hat sich die Messegesellschaft zum Ziel gesetzt, wieder cooler und damit attraktiver für die junge Generation zu werden ("Fit für die Generation Y"). Dazu soll auf der CeBIT ein "Festival der Innovationen" gefeiert werden. Für die Branche soll die Messe eine "Leadmaschine" bleiben – schließlich geht es immer noch ums Geschäft. Spitzenvertreter aus Politik und Wirtschaft sollen vor allem am ersten Tag der Messe die gesellschaftliche Relevanz der digitalen Welt unterstreichen.

Die neue Messe besteht aus den drei Teilen "d!conomy" für Politik und Industrie, das Konferenzprogramm "d!talk" und ein "d!tec" genanntes "Festival der digitalen Transformation", die unter der Dachmarke CeBIT zusammengefasst werden. Die drei Bereiche richten sich an teilweise unterschiedliche Zielgruppen und sollen entsprechend vermarktet werden. "Die neue CeBIT macht mehr Spaß, sie überrascht, ist mutig, öffnet Horizonte und provoziert auch so manches Mal", wünscht sich Frese.

Endlich cool
Die Messe will ihr verstaubtes Image ablegen und endlich cool werden: "Wir bringen die CeBIT in den Juni, weil wir im Sommer Technologie noch emotionaler inszenieren und eine coole Campus-Atmosphäre schaffen können", sagte Freese. Dabei hat sich die Messe AG offenbar von der SXSW inspirieren lassen, die als Trendindikator gilt und jedes Jahr ein buntes Publikum nach Austin (US-Bundesstaat Texas) zieht.

Die Messe hat das neue Konzept zusammen mit den im Messeausschuss der CeBIT vertretenen Unternehmen entwickelt und "ausführlich diskutiert". Bei den Ausstellern sei das Konzept gut angekommen, sagte Frese. "Ich kann die Deutsche Messe zu diesem mutigen und richtigen Schritt nur beglückwünschen", sagte zum Beispiel der Geschäftsführer von Intel Deutschland, Christian Lamprechter.

Zäsur für die CeBIT
Auch der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Deutschen Messe AG, der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), hat die Neuausrichtung begrüßt. "Die digitale Revolution verändert die Welt in allen Lebensbereichen", sagte Lies. "Deshalb ist es gut und folgerichtig, dass auch die weltgrößte Computermesse CeBIT sich verändert und neuen Bedingungen anpasst." Allerdings war aus informierten Kreisen auch zu hören, dass der Aufsichtsrat zunächst nicht besonders begeistert war – die Bedenken kamen wohl vor allem vom Land Niedersachsen und der Stadt Hannover.

Für die Messe ist das eine Zäsur: Seit über dreißig Jahren zieht sie jeden März hunderttausende Besucher nach Hannover. Keimzelle der CeBIT war das "Centrum für Büro- und Informations-Technik" der Hannover Messe, das 1970 in der damals neuen Halle 1 eröffnet wurde. 1986 wurde das CeBIT eigenständig – und aus dem Stand die größte Computermesse der Welt. Höhepunkt war das Jahr 2001, als die CeBIT über 800.000 Besucher zählte.

Starke Konkurrenz für die CeBIT
Seither hat die CeBIT einen kontinuierlichen Besucherschwund verzeichnet. Stets an den Rekordjahren um die Jahrtausendwende gemessen, fiel es der Messe schwer, auf Veränderungen in der Branche und neue Wettbewerber eine Antwort zu finden. Der Messe ist nicht vorzuwerfen, dass sie nicht viel ausprobiert hat – aber die Experimente haben nicht dazu beigetragen, das Profil der CeBIT zu schärfen. 2008 wurde die Messe bereits um einen Tag verkürzt.

Mit zuletzt um die 200.000 Besuchern ist die CeBIT zwar immer noch eine respektable Veranstaltung, auf der gute Geschäfte gemacht werden. Doch für Trends und Schlagzeilen sind eher die CES in Las Vegas im Januar und der Mobile World Congress im Februar zuständig. Mit der Verlegung in den Sommer entgeht die CeBIT auch dieser starken direkten Konkurrenz. Auch der Abstand zur IFA, für die im September die Unterhaltungselektronikbranche nach Berlin pilgert, bleibt gewahrt.

 

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